Putbus wird auch die "weiße Stadt am Meer" genannt. Die Stadt Putbus auf Rügen hat ca. 4950 Einwohner. Der Name der Stadt, wie der des bekannten Adelsgeschlechts, kommt aus der slawischen Bezeichnung pod buss, was beim Walde bedeutet. Fürst Malte von Putbus ließ im 19. Jh. eine einzigartige klassizistische Residenzstadt errichten. Von deren Schönheit man sich noch heute überzeugen kann.
So ließ der Fürst von 1819 bis 1821 das einzige Theater der Insel Rügen in Putbus erbauen. Die Hauptfront zeigt zur Alleestraße, durch die vier Säulen gelangte man ursprünglich in das Theater Putbus. Über dem Eingangsportal findet man ein wunderschönes Fries, dass den Gott Apoll im Kreise der Musen zeigt. Gleich neben dem Theater Putbus befindet sich der rechteckig angelegte Markt. Die parkähnliche Anlage mit einem Kriegsdenkmal in der Mitte lädt zum Verweilen ein.
Auch der Circus entstand in diesem Zeitraum. Seine Symmetrie und Genauigkeit haben Putbus berühmt gemacht. Es handelt sich hierbei um einen weiträumigen, runden Platz, mit 16 weißen zwei- oder dreigeschossigen Häusern, welche in einem Kreis angeordnet um den Platz stehen. Von den Häusern gehen sternenförmig acht Eichen gesäumte Wege ab, die zu dem zentralen Punkt des Platzes, einem 19 m hohen Obelisk führen. Dieser soll an die Gründung des Ortes durch den Fürsten Malte zu Putbus erinnern.
Sowohl vom Theater, als auch vom Circus kommt man zum Schloßpark. Der ca. 75 ha große Park in Putbus gehört zu den schönsten Norddeutschlands. 1725 wurde in Putbus ein Barocklustgarten nach dem Vorbild von Sanssouci angelegt. Eine Umgestaltung nach dem Vorbild englischer Landschaftsgärten wurde von 1810 bis 1825 durchgeführt. Der Fürst zu Putbus ließ exotische Bäume und Sträucher - z.B. Mammutbäume, japanische Kirschbäume, Zedernbäume, Tulpenbäume oder Ginkgobäume heranschaffen, die man noch heute in dem Park wiederfindet. Eine schöne Attraktion ist auch das 8 ha großen Wildgehege in Putbus wo man Rot- und. Damwild bestaunen kann. Im Park befinden sich auch viele schöne Bauwerke, wie die klassizistische Schloßkirche, der Marstall, das hochgotische Mausoleum, die Orangerie das Fürst - Malte - Denkmal und das ehemaligen Affenhaus, in dem sich heute ein Puppen- und Spielzeugmuseum befindet. Ein Schloß hingegen wird man in dem Park in Putbus vergebens suchen. Das einzige Überbleibsel ist eine Treppenanlage, an der Ostseite des Schwanenteichs. Die ursprüngliche gotische Burg wurde im 1600 Jh. zu einem Schloß erweitert und von 1827 bis 1832 nach Plänen von Johann Gottfried Steinmeyer umgestaltet. Nach einem Brand im Jahre 1865 wurde es von 1867 bis 1872 neu aufgebaut. Im zweiten Weltkrieg wurde das Schloß von der NSDAP besetzt und beim Einmarsch der Roten Armee wurden die Räume durch die Plünderungen stark beschädigt. Nach der Gründung der DDR, ging das Schloß zu Putbus in Volkseigentum über. Die Räumlichkeiten des Schloßes wurden daher von unterschiedlichen Institutionen, wie z.B. einen Kindergarten genutzt, bis dort schließlich Kartoffeln und Kohle gelagert wurden. 1953 hatten die letzten Nutzer das sehr baufällig Schloß verlassen, da es dringend restauriert werden musste. 1957 wurde mit der Restaurierung des linken Teils begonnen, den Mittelteil hatte man bereits abgetragen. Der rechte Teil des Schloßes wurde 1960 gesprengt. 1962 wurde dann auch die Sprengung für den linke Flügel beschlossen und diese wurde am 31. März und 6. April 1962 durchgeführt.
Von Putbus fährt die dampfbetriebene Schmalspurbahn "Rasender Roland", die Bäderstrecke bis nach Göhren. Es gibt in Putbus und Umgebung ein umfangreiches und modernes Übernachtungsangebot: Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Privatquartiere (Tipp: Touristik-Agentur: Rügen Besucher Service). Die Stadt Putbus ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.
Putbus ist der Ausgangspunkt der Schmalspurbahn Rasender Roland. Von Putbus aus fährt man mit dem Rasenden Roland über Binz nach Göhren. 1999 wurde die Bahn bis nach Lauterbach (Mole) verlängert. Lauterbach ist ein Ortsteil von Putbus. Hier gibts neben der Mole auch einen schönen Seglerhafen. Von Lauterbach aus kann man mit dem Schiff zur Insel Vilm gelangen.